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Betrachtungen zur Malerei des Expressionismus Der
Expressionismus ist in seinem Wesen eine Kunst, die besonders
von Einzelpersönlichkeiten geprägt wurde. Als eine europäische
Kunstrichtung entwickelte sie im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts
ihre besonderen Merkmale |
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Nicht
alles, was bunt, bewegt und leidenschaftlich gemalt ist,
flächenhaft und skizzenhaft gezeichnet
wird, verdient den Namen Expressionismus. Leider wird heute alles als
Expressionismus bezeichnet, was gewisse Ähnlichkeiten mit dem Malstil
aufweist. Oftmals ist es so, dass Menschen Kreativität mit Nachahmung
verwechseln, weil sie es nicht besser wissen und können, auf Grund
fehlenden Wissens und mangelnder Fertigkeiten. |
verkörpert, die Einfluss nahm, sowohl auf die Bildende Kunst als
auch auf Literatur, Film, Theater, Tanz und Pantomime. Gegen Ende des
19. Jahrhunderts sind seine Anfänge erkennbar. Sie wirken nach bis
Mitte des 20. Jahrhunderts und beeinflussten maßgeblich alle Arten
der Malerei, wie Genremalerei, Landschaftsmalerei,
Blumenmalerei, Aquarellmalerei,
usw. |
Eine
wesentliche Eigenschaft, die den Expressionismus kennzeichnet, ist
die Vereinfachung der Form zum Flächenhaften und
eine kontrastreiche
Farbpalette, die das Ausdrucksvermögen mit dem Anspruch der inneren
und aufrichtigen Wahrheit steigern sollte. Einhergehend mit einem leidenschaftlichen
Streben nach unmittelbarem Ausdruck der Gefühle un
26.04.2009individuellen Bildaussagen. Er strebte
nach einer Erneuerung, der er mit großer Gebärde und Leidenschaft
Ausdruck verlieh. In gleicher Weise lehnte er die damalige akademische,
wie auch
allmählich erfolgreiche impressionistische Bewegung ab. |
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Dieser Ausdrucksdrang wurde am deutlichsten in der Malerei und Grafik verwirklicht. Als Ahnherr dieser Ausdruckskunst wird Vincent van Gogh (1853-1890) gesehen. Er ist neben Paul Gauguin (1848-1903) einer der ersten Künstler, die leidenschaftlich nach Erneuerung in der damaligen Kunstszene suchten. Beide, van Gogh und Gauguin, suchten diese Erneuerung auf unterschiedliche Weise. Auch in der Biographie beider Künstler wird sie beeindruckend dokumentiert. Natürlich muss auch Paul Cézanne (1839-1906) erwähnt werden, der ebenfalls bahnbrechend für die moderne Malerei war. Von der impressionistischen Bewegung kommend, ging er doch eigene Wege, auf der Suche nach einer individuellen künstlerischen Bild-aussage.
Cézanne (1839-1906)
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Die Bezeichnung "Les Fauves" (Die Wilden) wurde voller Empörung vom Pariser Kritiker Vauxcelles (1905) geprägt, als er die knallbunten, abschreckenden Bilder der Gruppe um Matisse sah. Matisse und die Gruppe wiederum machten aus dem Schimpfnamen einen künstlerischen Markenartikel mit viel Wirkung. Alles andere als wild und barbarisch war ihre Malerei, vielmehr war sie durchdrungen von einer Kunstauffassung, die instinktiv und sehr leidenschaftlich mit der bildnerischen Aussage umging, auch wenn das Ergebnis auf die damalige Kulturgesellschaft abschreckend, grell, bunt und äußerst vitalisierend wirkte. Das Farbspektrum der Malerei war gewöhnungsbedürftig und die formalen Aspekte äußerst vereinfacht, teilweise unbeholfen, als könnten die Künstler nicht vernünftig zeichnen und malen. Dies entsprach jedoch ihren künstlerischen Intentionen. Schon bald verbreitete sich die neue Malerei in der Kunstszene Europas und entwickelte sich allmählich zu einem eigenständigen Kunststil, der viele Künstler motivierte und zu weiteren neuen und vielfältigen Bildaussagen anregte. Bedeutende Maler wie Matisse, Derain, Vlaminck, Dufy, Braque und andere gehörten zu den Fauves. Die stilistischen Grundlagen der neuen |
Malerei
wurden von ihnen sowohl in farbiger, formaler als auch kompositorischer
Hinsicht
gelegt
und modifiziert. Eine
neue geistige Bewegung tat sich nun auf, die besonders in Deutschland
auf
fruchtbaren Boden stieß.Z.B. wurde Dresden zu einem bedeutenden
Zentrum des frühen Expressionismus. Architekturstudenten, wie Ernst
Ludwig Kirchner (1880-1938) und Erich Heckel (1883-1970)
gründeten 1905
die Künstlergruppe "Die
Brücke". Karl
Schmidt-Rottluff
(1884-1976) und Max
Pechstein gehörten ebenso zum engen Kreis dieser
Künstlergruppe.
Aber schon 1913 löste sich die Gruppe auf Grund zu unterschiedlicher
Zielsetzungen auf. Ein modernes und leidenschaftliches Lebensgefühl
wurde in ihren Werken formuliert und als Protest gegen die bürgerliche
Gesellschaft und ihren Konventionen zum Ausdruck gebracht. Dazu bedienten
sie sich eines Farb- und Formspektrums, das teilweise grob, disharmonisch,
bedrängend,
zerrissen und trübe war. |
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Auffallend sind die bekannten Blumen- und Landschaftsmalereien Emil Noldes,
besonders seine Aquarelle, die eine farbige Leuchtkraft ausdrucksvoll
vermitteln und wohl zur schönsten Malerei des Expressionismus gehören.
Auch Oskar Kokoschka (1886-1980) wandte sich der Ausdruckskunst
des Expressionismus zu, mit der Absicht einer neuen psychologischen Porträtkunst.
Es ging ihm darum, menschliche Grundstimmungen sichtbar zu machen und
auch der jung verstorbene Egon Schiele (1890-1918), vom Jugendstil
kommend, fand den künstlerischen Weg zum Frühexpressionismus.
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Der Expressionismus und seine vielfältigen Modifikationen hat bis heute an Aktualität nichts eingebüßt. Wurde er in den Anfängen heftigst angefeindet und abgelehnt, so findet er heute reichlich Anerkennung und die heutigen Kunstpreise bestätigen das immer wieder. Der Kunstmarkt der expressionistischen Malerei hat sich zu einem einträglichen Wirtschaftsmarkt entwickelt und wird mehr denn je als gewinnbringende Kapitalanlage gesehen. So verwundert es nicht, dass heute sowohl viele Kunstlaien, als auch Profikünstler diesen Kunststil profitorientiert nachahmen. |
Zusammengefasst
war der Expressionismus eine Widerstandsbewegung junger Künstler,
die vor allem auf deutschem Boden fruchtete. Als eine antinaturalistische
Bewegung gaben die Künstler sich nicht mehr damit zufrieden, die
Erscheinungswelt, so wie es z.B. die Impressionisten taten, zu ergründen.
Für sie war Kunst mehr als das. Kunst hatte für sie eine Bedeutung,
z.B. etwas hinter der Form sichtbar zu machen, was im Naturalistischen
so nicht sichtbar und erkennbar ist. Schon die Malerei des nordischen
Mittelalters, wie bei Dürer, aber auch Matthias Neidhard Grünewald
(durch seinen Isenheimer Altar weltbekannt) bediente sich expressiver
Formen, Proportionen, Gestiken und Farbigkeiten, die bestimmend für
die deutsche expressionistische Malerei wurde. |
© Text: H.W. Knorr - Mönchengladbach
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