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Gedanken zur Malerei Wenn sie wissen wollen, was Malerei ist und sein kann, wie man sie wahrnehmen und ausüben soll, dann ist es besser, sie zu praktizieren oder zumindest sich mit ihr auseinanderzusetzen. Malerei kann und soll nicht in Lehrsätze eingezwängt werden, denn dazu ist sie viel zu komplex und umfassend für das menschliche Verstehen. Trotzdem kann man ihr einige Aspekte und Einsichten abgewinnen, die nachvollziehbar sind. Jeder Künstler deckt im allgemeinen einen Teilbereich der künstlerischen Möglichkeiten ab, ob sie dabei oberflächlich, tiefgründig, interessant, langweilig, innovativ oder konservativ sind ist zunächst nicht von Bedeutung. Es ist nicht so wichtig, was sie malen, wenn Bilder Botschaften enthalten, die Kommunikationen und Dialoge anregen. Also, wenn sie ein Kunstwerk sehen und es nicht verstehen, so versuchen sie zu begreifen, dass Kunst mehr als nur ein Verstehensprozess ist. Die Vielfältigkeit der menschlichen Wahrnehmung erlaubt eine Vielfältigkeit in der künstlerischen Darstellung. Jedes Kunstwerk repräsentiert immer einen Teilbereich inhaltlicher Intentionen. |
Wenn Kunst im weitesten und umfassendsten Sinne aufgefasst wird, so wird erkennbar, dass sie selbst im Leben integriert ist und ein mächtiger Urantrieb des Menschen zur Gestaltung, Entdeckung und Erziehung des Lebens ist. Eine ihrer Aufgaben ist, das Leben in seinen vielfältigsten Aspekten zu offenbaren und durch die Vielzahl der künstlerischen Repräsentanten ihre gegensätzlichsten Anschauungen darzustellen. Das Leben ist somit ein wesentlicher Teil künstlerischer Intentionen. Jedes Sinnesorgan hat eine
eigene spezifische Art der Wahrnehmung. Besonders in der Malerei wird
der visuellen Wahrnehmung eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Zum
Beispiel hat die Maxime des Malers W. Turner mit dem Ausspruch: "Ich
male was ich sehe, nicht was ich weiß!" nachfolgende Künstlergenerationen
beeinflusst. Durch die Malerei ist alles darstellbar, was ideell vorstellbar
ist.
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© Text: H.W. Knorr - Mönchengladbach
- 2001
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